Monatsarchiv für Mai 2009

Tour mit ENNO BUNGER 12.05.09 – 17.05.09

Es war eine herrliche und wilde Woche!…

Ich werde nicht über jedes einzelne Konzert schreiben, skizziere aber ein Paar Geschichten:

1. Caro ist 18 Jahre alt und kommt aus Brandenburg. Wir haben sie unmittelbar vor der Tour kennegelernt. Sie hat sich bereit erklärt, uns mit ihrem Opel Corsa zu fahren, weil wir zu der Zeit unseren Bandbus nicht hatten. Caro steht – glaube ich – nicht wirklich auf unsere Musik, deswegen fand ich das umso cooler, dass sie uns gefahren hat. Sie hat Piercings und trägt eine Bienenbrille. Caro sucht noch ein Tattoo-Motiv in Schwarz und Rot, wir haben alle ihr unsere Entwürfe gegeben, mal sehen wofür sie sich entscheidet. 

2. Schwerin war das schönste Konzert.  Es waren nicht so viele Leute da. Aber unsere Freundin Christine hat lauter Arbeitskollegen mitgebracht, und da sie bei eine Zeitung arbeitet, bestand das Publikum zum grössten Teil aus Medienmenschen.  Überhaupt diese ruhige leere Stadt tat gut. Wir fühlten uns sehr geborgen in dem Kulturbuchhaus bei Bea, Jenny und Ulli. Das führte dazu, dass wir bis in die Puppen Party gemacht haben und am nächsten Tag völlig im Eimer

3. Hamburg war sehr laut und nur mit 2 zahlenden Gästen wegen Grand Prix. Danach gab es in dem Club die massivste Elektroparty Hamburgs, die bis etwa 7:00 in der Früh ging. Dummerweise war unsere Künstlerwohnung direkt über dem Dancefloor. So kamen wir mit der akustischen Folter in Kontakt: wenn das BUUM-BUUM zwischen den Songs aufhörte, schlieft man sofort ein und war wieder wach, wenn der nächste Song anfing. Das meiste in dem Video wurde am Morgen danach gedreht.

4. ENNO BUNGER sind so tol, wir vermissen sie! Zeilen wie "Pass bitte auf Dich auf" oder "Warum muss alles nur so kompliziert sein?" haben sich in unsere Gehörgänge eingebrannt. Das Ende der Tour fühlte sich nicht nach Abschied ab, sicher werden wir in dieser Kombination noch einiges an Konzerten geben – vielleicht schon im Herbst. Bis dahin drücke ich ENNOs die Daumen für die Aufnahmen zu ihrer Platte.

5. Gehörschutz ist Pflicht! 

6. Vielen herzlichen Dank an alle, die da waren, uns geholfen haben und sich um uns gekümmert haben! 

Bayreuth, Glashaus, 07.08.09

Es ist ein schöner warmer Abend, der Bayreuther Campus ist leer, dir Grillen zirpen, nur aus dem Glashaus dringt seit Stunden der gleiche kryptische Satz:

 

ONE, TU, YEAH!!! – irgendwas ist an der Anlage kaputt, der Tontechniker versucht es zurechtzubiegen. Wir sitzen draussen in der Abendsonne mit dem Eleganten Rest und plaudern…

 

Die Crew vom Glashaus kümmert sich liebevoll um uns, die Küche ist phantastisch! Im Backstage gibt es hübsche alte grüne Sessel und Posters von allen möglichen Helden des Rock’n'Rolls, die die Glashaus-Bühne mit ihren Schweiss gedüngt haben. Das einzige was mir etwas Sorgen macht, ist der fast uneingeschränkte Zugriff auf Alkohol, aber ich hoffe auf Vernunft meiner Bandkollegen…

 

Nach drei Vodkas stehen wir auf der Bühen. Die Leute vor uns sind jung, sie wollen Party. Wir machen aber den Fehler, am Anfang des Sets ruhige Songs zu spielen. Irgendwann haben wir sie aber doch gecknackt, manche singen mit, tanzen, jemand spielt Luftgitarre:) Eine sehr angetrunkene Lady liegt vor Sebastian auf der Bühne mit der Monitorbox im Arm. Irgendwann zeigt sie ihm den Stinkefinger. So was haut einen ganz schön raus… Darauf verkürzen wird den Set und gehen von der Bühne. 

 

Die Lektion des Abends ist: MEIN MIO muss rocken, stille Nummern hören die Leute gerne an, wenn sie erstmal ne halbe Stunde geschwitzt haben. Vielleich können wir auch die Songs etwas verlängern, damit es Zeit zum Tanzen gibt…

 

Die Eleganten gehen auf die Bühne und ich merke, dass ich ihre Musik sehr vermisst habe. Jörg hat definitiv eine eigene Sprache gefunden, seine Melodien sind grossartig! Die Musik hat Kraft, ich wünsche den Eleganten ein aufmerksameres Publikum und intensive Atmosphäre auf der Bühne. Leider wird gerade sie durch zu heftigen Lichtwechsel zerstört…

 

Wir verkaufen heute 7 CDs. Das ist definitiv ein Rekord!..

 

Bevor wir den Club verlassen, gehen Rami und ich noch kurz spazieren – die Nacht ist frisch und ein klarer runder Mond (den ich wegen der fehlenden Brille doppelt sehe;) schaut sich Bayreuth an…